Mühlenverein Mecklenburg Vorpommern e.V.

Windmühlen(stadt) Woldegk

Grüßt weit ins Land: die Museumsmühle von Woldegk Foto: Verein

Die umgebenden Höhen waren die Voraussetzung, dass sich Woldegk zu einer ausgesprochenen Windmühlenstadt entwickeln sollte. Der festzustellende häufige Besitzwechsel deutete aber auch auf eine außerordentlich harte Konkurrenz und schwierige Geschäftsverhältnisse hin. Die relativ große Anzahl von Mühlen verhinderte lange ihre Modernisierung und die Einführung von Holländermühlen. Erst ab 1859 wurden die bis dahin dominierenden Bockwindmühlen durch Mühlen des moderneren Typs ersetzt. Zuletzt wurde noch 1881 eine weitere Bockwindmühle erbaut. Als sie 1923 auf Abbruch verkauft wurde, reduzierte sich die Zahl der Woldegker Mühlen auf sechs. Eine der Holländermühlen brannte 1945 nach einem Bombentreffer bis auf die Ringmauern aus und wurde nicht wieder aufgebaut.

Heute ist Woldegk mit den vorhanden fünf Mühlen die windmühlenreichste Stadt im Land.

Buddesche Mühle - Museumsmühle

An den Ort der heutigen Museumsmühle wurde zuerst 1766 eine Bockwindmühle umgesetzt. Sie wurde 1883 abgebrochen und an gleicher Stelle als Holländermühle wieder errichtet. 1952 stellte sie ihren Betrieb ein. 1960 beschloß die Stadtversammlung, die Mühle zu erwerben. Das Bauwerk war bis auf die brüchige Außenhaut gut erhalten. Der achtseitige hölzerne Rumpf erhebt sich über einem ebenfalls achtseitigem Sockelgeschoß aus Feldsteinmauerwerk. Haube und Rumpf wurden mit Lärchenschindeln gedeckt. Am 7.10.1969 konnte in der umgebauten Mühle eine Heimatstube, später das Mühlenmuseum eröffnet werden.

Das komplette Windgeschirr, die hölzerne Königswelle und das große Kammrad blieben erhalten. 1993 konnten der Museumsmühle eine rekonstruierte Dachhaube aufgesetzt und die Attrappen gegen funktionstüchtige Flügel ausgetauscht werden.

Ehlertsche Windmühle

Die Ehlertsche Windmühle gehört als funktionstüchtige Schauanlage zum Woldegker Mühlenmuseum. Hier stand 1703 eine Bockwindmühle, von der man anläßlich ihrer Verpachtung erstmals erfährt. Bis 1886 wechselt sie ingesamt 12 mal ihren Besitzer. In diesem Jahr wurde sie verkauft und durch eine Holländerwindmühle aus Brohm ersetzt. Hans Ehlert sen., Inhaber der Mühle seit 1926, betrieb die Müllerei bis zu seinem Tod 1969. 1970 gab sein Sohn als letzter Woldegker Windmüller sein Gewerbe auf.

1986 wurde die Mühle durch den Rat der Stadt angekauft. Man wollte die Mühle als betriebsfähige Schauanlage restaurieren. Die schlanke, viergeschossige Holländerwindmühle war einst über einem kleinen Sockel errichtet worden. Rumpf und Haube waren mit Lärchenschindeln verkleidet. Die Flügel wurden nach der Umstellung auf elektrischen Betrieb in den 1960er Jahren entfernt, die Windrose blieb fragmentarisch erhalten.

Heute ist die Mühle wieder betriebsfähig. Sie stellt das technikgeschichtlich interessanteste Bauwerk auf dem Mühlenberg dar. Die vollständig erhaltene maschinelle und technische Ausstattung stammt aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Mühlengaststätte

Die 1859 von Müllermeister Julius Hundt, wegen seiner sprichwörtlichen Streiche ein Woldegker Original, gebaute erste Holländermühle der Stadt beherbergt heute eine Mühlengaststätte. Die geschweifte Haube der Turmholländermühle mußte 1978 durch ein flaches Notdach ersetzt werden. Bis 1988 wurde in der Mühle ein Café eingerichtet. Der neben der Mühle befindliche Dieselmotor blieb erhalten. Eine neue geschweifte Haube wurde gebaut.

Fröhlcke Mühle

Eine der größten Mühlen des Landes steht mit dem dazugehörigen Wohnhaus und dem Speicher an der Prenzlauer Chaussee. Seit 1999 verfügt sie wieder über Flügel.

Am Standort dieser Mühle befand sich seit Ende des 17. Jahrhunderts die sogenannte Seemühle. Als die Bockwindmühle 1732 baufällig war, gab die Stadt das Holz für die Instandsetzung. Für die übrigen Kosten mußte der Müller aufkommen. 1887 brannte diese Bockwindmühle durch Blitzschlag ab und 1888 wurde eine Galerieholländermühle mit einer Wohnung im zweigeschossigen Unterbau aus dem feldsteinernen Erd- und backsteinernen Obergeschoß neu aufgebaut. Über der weitausladenden Galerie erhebt sich der kreisrunde Backsteinbau des geteerten Mühlenturmes mit drei Geschossen, bekrönt von einer geschweiften Haube. Um 1900 wurde sie durch einen Speicheranbau in westlicher Richtung erweitert und in den 1940er Jahren um ein zweigeschossiges Wohnhaus ergänzt. Gleichzeitig mit diesem erhielt die Mühle in nördlicher Richtung einen Backsteinanbau mit offener Durchfahrt im Erdgeschoß.

Die Seemühle war die leistungsfähigste Windmühle Woldegks. 1960 stellte sie die Produktion ein. Die Besitzer sicherten seitdem ihren Bestand und bemühen sich erfolgreich um ihre Erhaltung und Rekonstruktion.

Gotthunskamp

Durch ihre Farbgebung fällt die Turmholländermühle am Gotthunskamp auf. Sie wird als Wohnhaus genutzt. Im Anbau befinden sich Werkstatt und Verkaufsraum einer Töpferei.

1895 wurde für eine abgerissene Bockwindmühle die dreigeschossige Turmholländermühle aufgebaut. Sie stellte 1943 ihren Betrieb ein, die maschinelle Ausstattung wurde bald darauf demontiert und verkauft. Im Interesse ihrer Erhaltung wurde 1978 einer Nutzung zu Wohnzwecken zugestimmt. Der neue Besitzer sanierte ab 1983 das Mauerwerk, restaurierte die baufällige Turmhaube und ermöglichte durch das Anbringen einer neuen Windrose wieder das Drehen des Mühlenkopfes.

Besichtigung:

Museumsmühle/Ehlertsche Mühle (Schauanlage)
April bis Septenber , Die-So 10-12 und 13-16 Uhr

Kontakt:

Mühlenensemble Woldegk
Mühlendamm
17348 Woldegk
Mühlenwart Roland Stapel

Tel.: 03963-211384/01577-5351458
www.windmuehlenstadt-woldegk.de/sehenswertes

 

 

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