Mühlenverein Mecklenburg Vorpommern e.V.

Galerieholländermühle Klütz

Im Klützer Winkel gelegen: die Galerieholländermühle. Foto: Privat

Dort wo sich heute die Galerieholländer-Windmühle in Klütz steht, fand sich bis 1901 ein Erdholländer, der einem Feuer zum Opfer fiel. Der günstige Standort blieb nicht lange verwaist.

In zweijähriger Bauzeit - von 1902 bis 1904 - wurde eine große Galerieholländerwindmühle errichtet. Bis 1954 wurde Mehl aller Arten und Sorten mit der Kraft des Windes gemahlen. Um bei Windstille den Mahlbetrieb weiter zu betreiben, war bis 1940 ein Dampfkessel zusätzliche Antriebskraft. Nach Ablösung des Dampfkessels erfolgte der Zusatzbetrieb durch einen Elektromotor. Die notwendige, aber nicht durchgeführte Rekonstruktion der Windflügel, machte es erforderlich, ab 1954 ausschließlich mit der Elektroenergie zu mahlen.

Im Jahre 1960 wurde die Mühle von der LPG des Ortes übernommen und fortan überwiegend Mischfutter hergestellt. 1972 wurden dann die Türen geschlossen und es dauerte fast ein Jahr Jahrzehnt, bis wieder Leben in das historische Wahrzeichen der kleinen Stadt im Klützer Winkel einzog. Im Jahr 1981 feierte Klütz das 750jährige Bestehen. Zu dieser Zeit entstand der Gedanke, die Klützer Mühle, die unter Denkmalschutz steht, zu erhalten und gastronomisch zu nutzen.

Viele fleißige Bürger sorgten zunächst dafür, dass die Mühle vor dem weiteren Verfall bewahrt blieb. 1987 wurde durch den Rat der Stadt ein Mühlenaktiv ´berufen und Bestätigt, das dann im Auftrag des Rates tätig wurde. Die Bürger der Stadt Klütz und darüber hinaus des ganzen Gemeindeverbandes vom Schüler bis zum Rentner leisteten mehr als 35 Tausend freiwillige unbezahlte Arbeitsstunden beim Neuaufbau der Mühle. So mussten beispielsweise ca. 33000 Eichenschindeln manuell nach einem Muster gefertigt und an den rekonstruierten Mühlenkörper angebracht werden. In den einzelnen Etagen mussten Balken ausgewechselt sowie neue Decken und Wände gezogen werden. Alle Betriebe des Territoriums und darüber hinaus beteiligten sich an der Rekonstruktion der Mühle und unterstützten den Rat der Stadt sowohl materiell als auch finanziell tatkräftig. So wurden auch die tonnenschweren Flügel mit einer Flügellänge von 22,5 m fachgerecht montiert. Die Mühlen-Gaststätte erfreute sich großer Beliebtheit - dafür nahm man lange Vorbestellzeiten in Kauf.

Nach 1990 lief über Restaurant-Verpachtung nicht alles nach Wunsch. Schließlich entschied sich die Stadt Klütz das Pachtverhältnis zu beenden. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger war nicht frei von Missverständnissen und Irritationen. Die Klützer wollten sie dennoch – ihre unverwechselbare Mühle und dauerhaft gastronomische Geborgenheit für jedermann. Im Jahr 2015 klopfte ein heimatverbundenes und erfolgreiches Unternehmerpaar aus Klütz/Boltenhagen an die Tür des Bürgermeisters Guntram Jung. „Ja, wir sind es – wollen über ein gastronomisches Premiumkonzept, unverwechselbare Fleißarbeit und Bürgernähe den Sehnsüchten der Menschen genügen. Die Klützer Mühle soll zu neuem Leben erwachen!“, sagten die heutigen Betreiber Manuela Homuth-Weilepp und Thomas Weilepp und machten sich daran, das Wahrzeichens zu erhalten und laden heute gern wieder Gäste ein.

Besichtigung:
zu den Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, jeweils 12:00 bis 18:00 Uhr

Kontakt:
Klützer Mühle
Manuela Homuth-Weilepp
Thomas Weilepp
Fasanenweg 10
23946 Boltenhagen
Tel.: 0172-3021391

info(at)villa-seebach.de
 

 

 

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