Mühlenverein Mecklenburg Vorpommern e.V.

Bewahrer historischer Mühlen aus ganz Deutschland zu Gast

Landesmühlenverein war Gastgeber in Demmin und Umgebung

Das nagelneue Modell der Demminer Mühle mit der pommerschen Innenkrühverstellung, das Manfred Schönrock filigran gebaut hat (2.v.r.), wurde in Anwesenheit von DGM-Präsident Erhard Jahn (r.), Landrat Heiko Kärger (l.) und Tagungsleiter Lothar Wilken (2.v.r.) an Frau Janke vom Hotel Demminer Mühle als Exponat übergeben. Foto: Meyer

Demmin (cme). Rund 90 Bewahrer historischer Mühlen waren am Wochenende (14.- 16. Juni) zu Gast in der Hansestadt Demmin, in der Kunstmühle Jarmen und auf dem Mühlenhof Altkalen. Der Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern richtete die diesjährige Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) aus. „Historische Mühlen gehören zu unserem bewahrenswerten Kulturgut, genauso wie Schlösser, Kirchen oder Gutshäuser“, so DGM-Präsident Erhard Jahn.

Und Christian Meyer, 2. Vorsitzender des gastgebenden Mühlenvereins, ergänzte: „Mühlen zeugen vom technischen Einfallsreichtum unserer Vorfahren und vermitteln ein Gespür, wie vielfältig und mühsam der Weg vom Korn zum täglich Brot ist. In unserer medialen Welt ein Fingerzeig, nicht immer alles so selbstverständlich zu nehmen.“ Er wünschte sich mehr öffentliche Unterstützung und Lobby im besten Sinne beim Erhalt von historische Mühlen. Meyer: „Dafür müssen wir Partner in Gesellschaft und Politik mit ins Boot holen."

Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) dankte den anwesenden Vereinsmitgliedern für ihr engagiertes Engagement beim Erhalt der einzigartigen technischer Denkmale. Zugleich stellte er für die Demminer Mühle Fördergeld in Aussicht. Denn diese habe mit pommerschen Innendrehverstellung eine fast einzigartige Technik, die gelte zu bewahren. An einem eigens gebauten Mühlen-Modell von Manfred Schönrock, das künftig im Hotel "Demminer Mühle” ausgestellt wird, ist die raffinierte Technik schon einmal für die Nachwelt dokumentiert.

Dies ist wichtig, da sich heute landesweit insgesamt nur noch rund 152 Wasser- und 120 Windmühlen – leider oft nur noch an Ruinen oder ein paar Steinen oder Holzbalken auszumachen. Einige Mühlen sind heute als Technische Denkmale erhalten, laden zur Besichtigung ein oder beherbergen Gaststätten oder Ferienwohnungen. Unter Denkmalschutz stehen aktuell in MV zirka 90 Wind- und ebenso viele Wassermühlen, dazu kommen noch rund 30 Dampf- bzw. motorbetriebene Mühlen.Landrat Heiko Kärger (CDU) skizzierte sehr persönlich seine Beziehung zu Mühlen: „Als Kinder sind wir zur benachbarten Mühle gefahren um Pferdefutter schroten zu lassen.“ Die Vorfahren hätten zudem schon vor der Energiewende gewusst, „wie es ohne fossile Brennstoffe geht“. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sei stolz auf das Mühlenensemble Woldegk und versuche ebenso, die anderen noch erhaltenen Mühlen mit zu bewahren.

Mit viel Applaus bekam Kurt Altena den DGM-Preis 2019 aus der „Anneliese-Schücking-Stiftung“ verliehen. Der Mühlenfreund leitete 37 Jahre das Mühlenmuseum in Hiesfeld bei Dinslaken, das mehr als 250.000 Besucher, darunter tausende Schüler zählte.

Eine Exkursion führte die Tagungsteilnehmer zur Kunstmühle Jarmen der Nordland Mühlen GmbH und zum Mühlenhof Altkalen statt. „Der Rundgang durch die mehlproduzierende Jarmener Mühle war für alle Mühleninteressierte etwas ganz Besonderes sein“, so Tagungsleiter Lothar Wilken vom Mühlenverein MV. „Am Sonntag könnten die Gäste aus nah und fern auf der Rückreise zudem das Mühlenensemble Woldegk oder die Zwillingsmühlen in Neu Vorwerk besichtigen und einen weiteren Eindruck von der Landschaft einzigartiger technischer Denkmale erhalten.“

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