Mühlenverein Mecklenburg Vorpommern e.V.

Ruchow: Hochzeit zwischen Mühle und Kappe

Per Kran wird die Kappe auf den Achtkant gesetzt.
Fotos: Privat/Daudersted
Geschafft: Stolz steht die Ruchower Mühle wieder in der Landschaft. In wenigen Wochen folgt noch das Flügelkreuz.


Ruchow (cme) Zufrieden und mit einer Portion Stolz blicken die Mühlenfreunde Stephanie Pásztor und Björn Dautersted auf ihren Erdholländer. Vor wenigen Minuten am 15. September 2017 hat ein Kran die restaurierte Mühlenkappe auf den Achtkantständer der Ruchower Mühle gesetzt. „Hochzeit von Mühle und Kappe nennen dies die Mühlenbauer“, sagt Björn Dauterstedt. Noch in diesem Herbst sollen die Mühlenflügel angebracht werden, im kommenden Jahr geht es im Inneren der Mühle weiter.

Rückblick: Die beiden Dresdner, die jetzt am Niederrhein leben, kauften die Mühle im Sommer 2015. Ihr erklärtes Ziel: Die von Mühlenbaumeister Specht aus Teterow im Jahr 1888 gebaute Erdholländer-Windmühle denkmalgerecht und nach historischem Vorbild wieder herzurichten.Beraten werden die Eigentümer dabei von Mühlenfreund Ingo Arlt aus Neu Vorwerk.

Bereits 2016 wurde die Mühlenkappe abgenommen. Im Nachgang legten Maurer Hand an das Außenmauerwerk und erneuertes es – zum Großteil mit den alten Backsteinen. Ebenso neue eingedeckt ist der Rumpf mit traditionellen Holzschindeln. Neue Fenster nach altem Vorbild, alte, wiederverwendete Holzbalken, die in der Kappe für neue Stabilität sorgen, Zugbänder und historische Zahnräder – so viel wie möglich wurde denkmalgerecht instand gesetzt. Die Denkmalbehörde und der Mühlenverein MV freuen sich, über diesen sensiblen Umgang mit dem Kulturgut Mühle.

Und wieder blicken die Mühlenfreunde Stephanie Pásztor und Björn Dauterstedt auf ihre Mühle: Denn schon bald wird sich Dank der ebenfalls neuen Windrose die Mühlenkappe wieder selbstständig in Windrichtung drehen. "Glück zu! - der Mühle Ruchow und ihren beiden Bewahrern", wünscht Landesvorsitzender Lothar Wilken im Namen des Mühlenvereins MV.